Game as a Service (GaaS) erklärt

Letzte Aktualisierung: 23.11.2023
11 Minuten Lesezeit

Der Begriff „Game as a Service” (GaaS) gewinnt in der Gaming-Welt immer mehr an Bedeutung. Doch was steckt wirklich hinter GaaS und wie funktioniert es überhaupt? Schauen wir uns das neuartige Modell, durch das Entwickler mit einem Game kontinuierlich Umsatz erzielen, einmal genauer an.

Nicht nur die Entwickler profitieren vom Game as a Service Modell, denn auch für die Spieler springt einiges dabei raus. Sie haben nämlich damit die Chance, nur für die Dinge Geld auszugeben, die ihnen wirklich wichtig sind. Das finden viele deutlich besser, als dass alle für ein und dasselbe Produkt bezahlen müssen.

Es scheint auf jeden Fall so, dass das GaaS-Modell gekommen ist, um zu bleiben. Doch wo kommt es her und wo führt die Reise hin?

Der Hintergrund zu Game as a Service

Als die Videospielindustrie Ende des 20. Jahrhunderts mit Hochgeschwindigkeit an Fahrt gewonnen hat, kam einem Thema enorme Bedeutung zu: die Monetarisierung von Videospielen. War es zuvor noch gang und gäbe für Games wie Top Strategiespiele PC im Ladengeschäft einen Kaufpreis zu bezahlen, um das Spiel auf einem physischen Datenträger nach Hause zu nehmen, wurde dieser traditionelle Kauf zunehmend durch den digitalen Vertrieb verdrängt.

Es handelte sich aber auch dabei eher um ein einseitiges Modell. Entwickler konnten damit zwar mit dem Release eines Titels viel Geld verdienen, besonders wenn es sich dabei um das beliebteste Videospiel der Welt gehandelt hat, doch nach dem Launch stürzten dann mit sinkenden Verkaufszahlen auch die Einnahmen ein.

Hinzu kam, dass der Markt der Videospiele immer größer und vielfältiger wurde. Damit zeichnete es sich ab, dass Entwickler Games für eine breite Gruppe an Spielern mit unterschiedlichen Geschmäckern, Spieltypen und Budgets herausbringen mussten.

Um das alles unter einen Hut zu bekommen, wurde das Modell für das Game as a Service ins Leben gerufen. Diese Art der Service Spiele stellt eine Alternative zum traditionellen Kauf von Games dar und bietet eine stabilere und nachhaltigere Geschäftsweise.

Weniger Geld mit spezifischen Transaktionen

Anstatt einen Premiumkaufpreis zu zahlen, zahlen Spieler stattdessen für ein GaaS Game kleinere Beträge, dafür aber regelmäßiger und nicht nur am Anfang. Entwickler haben festgestellt, dass sie damit Updates und Expansion-Packs besser planen können, während Spieler zudem selbst auswählen können, wofür sie Geld ausgeben wollen.

Games as a Service konnten als Erstes im Bereich der Massively Multiplayer Online (MMO) PC Spiele Fuß fassen. Spieler bezahlten daraufhin für bestimmte Features, wie verbesserte Waffen und Skins, die ihnen im Game helfen konnten, weiterzukommen.

Um 2007 / 2008 herum begann das Modell durchzustarten, als einige der beliebtesten Games der damaligen Zeit auf GaaS umstiegen.

Durch die Umwandlung zum Game as a Service konnten die Vorreiter des Modells mit beliebten Spielen kontinuierlich Umsatz generieren.

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Sofern ein GaaS Game für einen längeren Zeitraum populär genug bleibt, kann das Modell für Entwickler profitabler sein, als Games für einen Fixpreis zu verkaufen. GaaS stellt damit eine attraktive Alternative zum vorherigen Modell „Game as a Product“ dar.

Mit dem traditionellen Modell können Entwickler zwar mit dem Launch eines Games innerhalb kürzester Zeit enorme Summen generieren. Doch sobald dann nach einer Weile die Verkaufszahlen sinken, bleiben auch die Einnahmen aus, während sie an neuen Titeln arbeiten und etwa über längere Zeit gute Storygames entwickeln.

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Der unfassbare Erfolg der mobilen Spiele hat dem Trend von Game as a Service ordentlich eingeheizt. Free-to-Play-Spiele, die kostenlos gespielt werden können, aber innerhalb des Games Käufe oder Abos erlauben, sprechen nämlich vor allem mobile Gamer an.

Diese Spielertypen wollen oft mit Spielen, die ihnen Spaß machen, Zeit vertreiben, ohne viel Geld auszugeben.

Viele der erfolgreichsten Handy Spiele haben Milliarden von Dollar eingenommen und legen weiterhin ein beeindruckendes Wachstum hin. Zweifelsohne hat diesen Spielen das Game as a Service Modell dabei geholfen, auf nachhaltige Weise solch hohe Einnahmen zu generieren.

Der maßgebliche Erfolg dieses Modells hat viele Spielproduzenten dazu motiviert, regelmäßig neuen Content und Updates herauszubringen, um Spielen langfristig neue Frische zu verleihen und sie für Spieler interessanter zu machen. Inzwischen ist das Modell für Game as a Service bei zahlreichen verschiedenen Titeln angekommen.

Doch wie kann das Modell bei so vielen verschiedenen Spielen funktionieren?

Wie funktionieren Games as a Service?

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Das GaaS Modell ist im Grunde einfach zu verstehen. Der Entwickler veröffentlicht das GaaS Game meistens kostenlos oder für einen geringen Preis. Spieler haben dann die Möglichkeit, für zusätzliche Features Geld zu bezahlen oder mit einem Abonnement weiterzuspielen.

Jeder kann dann selbst wählen, ob und wofür sie Geld ausgeben wollen.

Eindeutig funktioniert dieses exakte Modell nicht für alle Service Spiele, sodass Entwickler das Modell anpassen, um dem Spiel und den Wünschen der Spieler gerecht zu werden. Ob es sich um beste kostenlose PC Spiele oder etwa um die neuesten MMORPG 2022 handelt, jedes Game und dessen Spieler haben schließlich andere Voraussetzungen und Erwartungen.

Das alles zeigt, dass diese Art des Einkommensmodells sowohl die Bedürfnisse der Spieler als auch die der Entwickler mit einbezieht.

Games as a Service lassen sich in Kategorien einteilen:

Abonnements

Für Abonnements zahlen Spieler für gewöhnlich eine monatliche Gebühr, sodass die Entwickler regelmäßig Einkommen erhalten, um beispielsweise für beste Handy Games die Server am Laufen zu halten und neue Inhalte einzuführen.

Oft müssen Spieler für ein Abonnement bezahlen, nachdem der kostenlose Probezeitraum abgelaufen ist oder sobald sie ein bestimmtes Level im Game erreicht haben. Es ist vor allem in MMO Games ein beliebtes Modell.

Services, die Spielern eine breite Bibliothek an verschiedenen Games zur Verfügung stellen und nicht nur einen einzelnen Titel, basieren auch meistens auf Abos. Inzwischen kommt dieses Modell bereits bei vielen Spiel-Diensten zum Einsatz. Es legt zudem den Grundstein für das Cloud Gaming.

Spiele mit Mikrotransaktionen

games as a service

Für Service Spiele mit Mikrotransaktionen geben Spieler Geld für kleine In-Game-Käufe aus, die entweder regelmäßig oder nur sporadisch erfolgen können. Bei den Mikrotransaktionen handelt es sich in der Regel nur um einen kleinen Bruchteil des Preises eines vollwertigen Premiumspiels nach dem traditionellen Preismodell.

Auf diese Weise kannst du verschiedene Gegenstände kaufen, von neuen Maps über praktische Ausstattung, Kleidung und Health bis hin zu In-Game-Währung und Power-ups.

Dabei kann es sich zum Beispiel um Loot Boxen handeln, in denen sich zufällige Gegenstände für den Gamer befinden.

Nicht jeder Spieler zahlt für Mikrotransaktionen, doch sie sollen so viele Spieler wie möglich ansprechen. Selbst wenn jede Transaktion nur winzig ist, addiert sich die Gesamtsumme schnell auf, wenn ein Spiel Millionen von regelmäßigen Spielern hat.

Season Passes

Die Idee für Season Passes für Games entstand erstmals 2010 oder 2011. Mit ihnen kannst du dir den Zugriff auf zukünftige Inhalte sichern. Du kannst sie entweder direkt beim Kauf des Games oder zu einem späteren Zeitpunkt erwerben.

Der Nachteil hierbei ist, dass du den Season Pass kaufst, ohne zu wissen, welche Updates du damit erhalten wirst.

Wer den Season Pass nicht kauft, kann das Spiel allerdings trotzdem spielen. Dafür können sie allerdings nicht auf neue Maps, Missionen oder Spielmodi zugreifen, die in Zukunft releast werden.

Du hast ansonsten sicherlich auch schon den Begriff Battle Pass gehört, wobei es sich ebenfalls um ein Game as a Service Modell handelt. Es ist ein sehr ähnliches Konzept. Diesmal können sich Spieler allerdings Challenges eröffnen, um sich brandneue Optionen für Personalisierungen zu sichern.

Kombinationen von GaaS-Features

Einige Titel umfassen gleich mehrere verschiedene Aspekte des Game as a Service Modells. In Lifestyle Games kannst du dann zum Beispiel Equipment, In-Game-Währung oder Game-Updates kaufen.

Dabei müssen die Entwickler einen Ansatz wählen, der sowohl für sie als auch für die Spieler von Vorteil ist.

Wer profitiert vom GaaS Modell?

Jetzt stellen sich allerdings viele die Frage: Sind Games as a Service etwas Schlechtes? Solange es fair und transparent umgesetzt wird und Spieler nicht dazu gezwungen oder unter Druck gesetzt werden, Geld auszugeben, dann nein. Dann bietet das Modell eine Möglichkeit, zusätzlichen Content zu kaufen, wovon jeder profitieren kann – egal, ob du Spiele spielst oder entwickelst.

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Ein Game as a Service verspricht für Spielentwickler finanzielle Vorteile. Wenn sie ein Spiel herausbringen, das vielen Spielern gefällt, wie etwa eines der beste Spiele Mac, profitieren sie über einen längeren Zeitraum hinweg von einem stabilen Einkommen.

Man muss dazu sagen, dass auch Spieler von diesem Modell profitieren können. Denn du kannst damit ein GaaS Game, das dich interessiert, vollkommen kostenlos spielen. Es ist dann dir überlassen, ob du Geld bezahlen möchtest, um weiterzukommen – und zwar ohne Konami Code. Allerdings bist du nicht dazu gezwungen, Geld auszugeben.

Spieler haben die Möglichkeit, sich ein Budget für das Game festzulegen. Denn es kann gut sein, dass Spieler für ein Game as a Service über längere Zeit hinweg mehr Geld ausgeben, als sie es für den Kauf eines Titels auf traditionellem Weg getan hätten. Auch Kleinbeträge läppern sich schließlich, wenn man das Game mit neuen bezahlten Inhalten kontinuierlich frisch und interessant halten möchte.

Spieler können sich aber auch gegen die Mikrotransaktionen entscheiden und sich nach einem neuen Spiel, wie etwa einem Metroidvania, umsehen, sobald sie sich nach Abwechslung sehnen.

Game as a Service, Gamer und die Entwickler

Spieler können sich jetzt basierend darauf, was sie am meisten interessiert, selbst aussuchen, wie sie ein Spiel spielen wollen. Damit kannst du dir Waffen, Maps, Skins oder alles Mögliche kaufen, mit dem dir das Spiel auch langfristig noch viel Freude bereitet.

Damit bleibt ein Spiel für Gamer gleich viel länger interessant und spannend, während sie unter dem traditionellen Modell wahrscheinlich schon längst aufgehört hätten, sobald alle Levels oder Missionen geschafft sind.

Studien haben gezeigt, dass der Großteil des Umsatzes tatsächlich durch einen kleinen Prozentsatz der Spielerbasis generiert wird. Zum Beispiel zahlen bei einigen Spielen nur etwa 5 % der Spieler gleich das 20-Fache des durchschnittlichen Umsatzes pro User.

Selbst der kleine Anteil der Spieler generiert genügend Umsatz, mit dem die Entwickler das Game weiterentwickeln können. Doch alle Spieler können dann davon profitieren. Damit ist das Game as a Service Modell langfristig profitabel, ohne dass alle ständig bezahlen müssen.

Was noch dazu kommt: Beim Games as a Product Modell, das früher der Standard war, haben Entwickler weniger Motivation, Bugs zu fixen oder weiter an Spielen zu arbeiten, nachdem sie bereits releast wurden.

Doch mit einem Game as a Service gibt es einen finanziellen Anreiz, an einem Game weiterzuarbeiten, solange Spieler noch dafür bezahlen.

Illegale Spielkopien und GaaS

Die Entwickler profitieren zudem beim Game as a Service von einem weiteren Punkt: Das Risiko, dass Leute gefälschte Kopien ihrer Arbeiten verkaufen, ist nämlich deutlich geringer. Das ist zudem einer der wichtigsten Änderungen, wenn sie statt einem Premiumtitel ein Game as a Service anbieten.

Der Preis eines Spiels ist dann nicht mehr die wichtigste Einnahmequelle. Selbst wenn dann Raubkopien verkauft werden, verlieren die Entwickler nicht so viel Umsatz. Stattdessen bekommen sie von den Spielern, die Geld für ihre Spiele ausgeben, eine fairere Vergütung für ihre Arbeit.

Das garantiert allerdings nicht, dass Entwickler mehr verdienen als zuvor. Wenn man sich die inflationsbereinigten Umsätze der langjährigen Klassiker aus den 80ern und 90ern anschaut, landen sie weiterhin über alle Modelle und Formate hinweg ganz oben auf der Liste der umsatzstärksten Games.

Doch mit einem Game as a Service können Entwickler jetzt kontinuierlich Umsätze generieren. Im großen Ganzen hat dieses neue Modell daher die Industrie zum Besseren verändert.

Was bringt die Zukunft der Games as a Service?

Es steht außer Frage, dass Games as a Service in den letzten Jahren in der Welt der Games massiv an Bedeutung gewonnen haben.

Trotz bestehender Kontroversen in Bezug auf Elemente wie Loot Boxen und dergleichen, hat sich das GaaS Modell inzwischen als akzeptierter Teil der Branche etabliert. Mit Sicherheit werden wir das Modell auch in Zukunft in immer mehr Spielen vorfinden.

Doch wo führt die Reise der Games as a Service nun hin? Es lässt sich vermuten, dass wir in Zukunft noch vielfältigere Modelle zu sehen bekommen und sich die Kategorien, die wir uns zuvor angesehen haben, weiter wachsen und gedeihen werden.

Neue Arten von GaaS Games könnten Gamern neue Möglichkeiten eröffnen, das Meiste aus ihren Games herauszuholen, während sie zudem die Entwickler dabei unterstützen, kontinuierlich neuen Content herauszubringen.

Die Blockchain-Technologie und GaaS

Bei Non-Fungible Tokens (NFTs) handelt es sich in der Gaming-Welt um Elemente in Spielen, die auf der Blockchain basieren. Diese können in Zukunft zu Sammelstücken werden, die Menschen für hohe Summen an andere Spieler verkaufen können. Dies könnte sich in Zukunft tatsächlich zu einem der am schnellsten wachsenden Bereiche bei Games as a Service entwickeln.

Schon jetzt sehen wir verstärkt Nachfrage nach dieser Art von Games. Trader verkaufen die beliebtesten Krypto-Assets, um einen Profit zu machen. Man nennt sie auch manchmal Play-to-Earn-Games (Spiele, um zu verdienen), da sie eine Möglichkeit zum Geldverdienen mit sich bringen.

Dabei erhalten die Entwickler einen bestimmten Prozentsatz der abgeschlossenen Trades, sodass sie weiterhin Geld verdienen, wenn die Games an Beliebtheit gewinnen und die NFTs heiß begehrt werden.

Spieler können auch auf Games traden, die nicht auf der Blockchain basieren, wo die Entwickler ebenfalls mit jeder Transaktion einen kleinen Prozentsatz mitverdienen.

Dass man Spiele weitreichend personalisieren kann, sodass sie dem Spieler gefallen, ist ein großer Pluspunkt des GaaS Modells. Game as a Service sollte damit auch in Zukunft weiter wachsen und an Beliebtheit gewinnen.

Im Grunde ist es schon jetzt unverstellbar, in jene Zeiten zurückzugehen, in denen wir alle den gleichen Preis bezahlten, um auf genau die gleichen Aspekte eines Games zuzugreifen. Heute kann jeder vermehrt entscheiden, wie viel Geld ausgegeben werden soll - egal, ob Gelegenheitsspieler, Anfänger, Streamsniper oder Profis.