Was steckt hinter der Absicht vom Streamsniper?

10 Minuten Lesezeit

Was ist ein Streamsniper und wie kann man den eigenen Stream schützen?

Streaming hat sich im letzten Jahr zu einem lukrativen und beliebten Aspekt der Unterhaltungsbranche entwickelt. Viele Videospieler konnten auf Plattformen wie YouTube oder Twitch ganz Karrieren starten und dabei sogar Millionen von Euros verdienen.

Für einige Fans war es vor einigen Jahren noch kaum vorstellbar, sich nicht selbst an die Konsole oder den PC zu setzen, sondern einfach einem andere Spieler dabei zuzusehen, wie neue Spiele erkundet und gegen Gegner aus aller Welt angetreten wird.

Obwohl das Konzept von Videospiel-Streaming anfänglich nicht für alle Sinn gemacht hat, hat es sich mittlerweile etabliert und das Millionenpublikum wächst immer weiter. Viele heutige Streamer wollten ursprünglich Spieletester werden und haben es mit Plattformen wie YouTube und Twitch zu selbstständigem Erfolg geschafft.

Dabei zeigen sie interessante Videospiele und beantworten Fragen wie „Was ist Gacha Life?“ oder beweisen ihre Fähigkeiten in einem beliebten Online Game. Gute Fingerfertigkeiten und schnelle Reflexe sind dabei natürlich ein Muss!

Berühmte Streamer wie Ninja oder Rubius müssen sich jedoch in Acht nehmen, denn Streamsniper haben es immer wieder auf die Übertragungen bekannter Gamer abgesehen.

Stream Sniping ist eine Technik, bei der sich andere User versuchen, in das gerade gestreamte Spiel zu gelangen, um dort ihren Unsinn zu treiben. Wir sehen uns genauer an, was ein Streamsniper alles tun kann und beschäftigen uns mit der Frage, wie man solche Störungen bei den eigenen Streams am besten verhindern kann!

Was ist ein Streamsniper?

Von Streamsniping spricht man, wenn sich eine Person Zugang zum übertragenen Spiel eines Streamers verschafft, um diesen zu belästigen oder ihn davon abzuhalten, ein gewisses Ziel zu erreichen.

Dabei können verschiedene Methoden angewandt werden. Viele Streamsniper nutzen dabei einfach ihren Informationsvorsprung, in dem sie den Streamer zuerst beobachten und dann zuschlagen.

So können sie beispielsweise in einem Ego-Shooter genau mitverfolgen, wo sich der Streamer gerade befindet, um diesen immer wieder mit einem entscheidenden Schuss zur Strecke zu bringen.

Es kann sich dabei sogar um eine Gruppe von Spielern handeln, die sich zusammenschließen, um den Streamer zu blockieren und jeglichen Fortschritt unmöglich zu machen.

Mit einem Clan Name Generator wird noch ein fieser Name ausgedacht, schon machen sich die Trolle ans Werk. Für die Content Creator ist das ein großes Problem, schließlich verdienen viele von ihnen ihren Lebensunterhalt mit den Videospielen und müssen dazu regelmäßige Liveübertragungen starten.

Wenn ein Streamer immer wieder durch Streamsniping belästigt wird, kann damit auch die Zuschauerquote stark absinken. Plattformen wie Twitch versuchen deshalb bereits gegen die Übeltäter vorzugehen, dazu jedoch später mehr.

Oftmals sind es vor allem weibliche Streamer, die diese Form der Belästigung erleben müssen. Sie sind in der Branche bereits in der Unterzahl, weshalb diese Form der Störung besonders ärgerlich ist.

Streamsniper können mit ihren Taten nicht nur den Spaß für das gesamte Publikum zerstören, sondern sogar ganze Karrieren aus der Bahn werfen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass gegen die Tätigkeit solcher Internettrolle vorgegangen wird.

Verschiedene Arten von Streamsniping

Ein Streamsniper kann bei allen möglichen Arten von Spielen zuschlagen. Egal ob Streamer gerade in interessante Coop Spiele mit anderen Gamern verwickelt sind oder einfach nur ein Online MMORPG durchspielen, können sie von anderen gestört werden.

Dabei wird zwischen unterschiedlichen Techniken unterschieden, die die Übertragung stören können.

Ghosting

Die üblichste und meist angewandte Form von Streamsniping nennt sich Ghosting. Damit ist das bereits oben beschriebene Phänomen gemeint.

Die Spieler nutzen den Stream, um einen taktischen Vorteil zu erlangen und den Streamer immer wieder besiegen zu können.

Das kann bedeuten, dass Streamsniper einfach den Stream mitverfolgen und dadurch immer wissen, wo sich der Spieler gerade auf der Map befindet. Dadurch ist es deutlich einfacher, sich ungesehen anzuschleichen und sie oder ihn mit einem gezielten Schuss auszuschalten. Passiert dies immer wieder, kann es die Liveübertragung enorm beeinflussen.

Eine andere Form von Ghosting wird über einen längeren Zeitraum betrieben. Dabei nutzen Störenfriede den Stream als eine Möglichkeit, um mehr über die Gamer zu lernen.

So kann der Spielstil eines Streamers genau studiert und die eingesetzten Waffen und Mods unter die Lupe genommen werden. Auf diese Weise lassen sich Manöver vorhersehen und eine perfekt angepasst Spieltechnik entwickeln.

Trolling

Die meisten kennen Trolle bereits aus verschiedensten Ecken des Internets. Sie begegnen uns in einem simplen Online Browser Game, kommentieren dumme Sprüche auf Social Media und sind natürlich auch bei Twitch- und YouTube-Streams fleißig am Werk. Statt sich die Mühe zu machen, Streamer im Spiel umzubringen oder gar ihren Spielstil zu lernen, machen es sich Trolle besonders einfach.

Ihr einziges Ziel liegt darin, den Streamer zu belästigen und von seinem Ziel abzuhalten. Sobald ein Streamsniper in dieselbe Lobby gelangt ist, kann er sich alles Mögliche einfallen lassen, um die Freude des Publikums zu schmälern. Dabei reicht es oft schon, einfach nur den Weg des Streamers zu blockieren oder anderen Schabernack zu treiben.

Belästigung

Leider endet ein Streamsnipe nicht immer auf der digitalen Ebene. Denn auch wenn es lästig ist, von Streamsnipern unterbrochen zu werden, können viele Content Creator mit dieser Form des Trollings noch relativ gut umgehen.

Es gibt allerdings auch jene Menschen, die versuchen, Streamer tatsächlich zu belästigen und das oftmals auch im echten Leben. Leider sind vor allem Frauen und Mitglieder der LGBTQIA+-Community von solchen Praktiken betroffen.

Wer andere im Internet belästigt, macht sich damit natürlich auch strafbar. Ein Bann von Plattformen wie Twitch ist dabei vorprogrammiert, im Extremfall kann eine solche Belästigung allerdings auch zur Anzeige gebracht werden.

Warum ein Streamsnipe nicht immer schlecht ist

Wenn Begriff wie Trolling und Belästigung im Raum stehen, ist es schwer vorstellbar, das Streamsniper auch gute Absichten besitzen können.

Es gibt allerdings immer wieder Situationen, in denen solche Aktivitäten auf liebevolle Art umgesetzt werden, um Streamer zu überraschen und ihnen eine Freude zu machen.

So können sich Fans z. B. organisieren, um gemeinsam einen Flashmob in einem Mittelalterspiel auf die Beine zu stellen oder den Streamer mit Liebesbekundungen und Komplimenten zu überschütten.

Zwar sollte auch dabei aufgepasst werden, den Spieler nicht länger aufzuhalten, als er Spaß daran hat, trotzdem können solche Streamsnipes auch gut ankommen und Freude bereiten.

Eines der beliebtesten Beispiele für einen freundlichen Streamsnipe erlebte der Twitch-Star Melina im August 2021.

Die Streamerin wurde während einer Übertragung von Fans mit befürwortenden Botschaften geflutet und freute sich sichtlich über die Unterstützung durch ihre Community. Trotzdem muss klar gesagt werden, dass sich nicht jeder Gamer über die Unterbrechung freut und dass die meisten Streamsniper nichts Gutes im Schilde führen.

Bekannte Vorfälle mit einem Streamsniper

Seitdem das Ansehen von Videospielen zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden ist, häufen sich natürlich auch die Fälle, in denen Stream Sniper das Ruder übernehmen möchten.

Einige dieser Vorfälle sind sogar viral geworden und haben sich im Internet stark verbreitet. Das kann für den Gamer natürlich auch für Reichweite sorgen, ist in den meisten Fällen aber trotzdem sehr unangenehm.

Besonders wenn Streamer neue Games vorstellen, für die sie eigene Sponsoring-Verträge abgeschlossen haben, kann dies zu einer großen Belastung werden.

Im Juli 2021 musste der Streamer xQc in Warzone eine Begegnung mit mehreren Streamsniper wegstecken. Seine Übertragung wurde von tausenden Menschen mitverfolgt, während es sich eine Gruppe von Trollen zur Aufgabe machte, den berühmten Gamer immer wieder möglichst schnell zur Strecke zu bringen.

Dies führte zuerst unter dem Publikum zu Diskussionen, wie solche Streamsniper gestoppt werden können, am Ende musste xQc seine Session jedoch ganz beenden.

Die Streamer Kripparrian und Disguised Toast, die für ihre Talente in Hearthstone bekannt sind, wurden von einer Gruppe an Stream Sniper sogar so zur Weißglut gebracht, dass sie diese mit einem YouTube-Video bloßstellen wollten.

Viele der Streamsniper bleiben anonym, einige lassen sich jedoch eigene Schurken-Alteregos einfallen, um mit ihrem störenden Hobby Bekanntheit zu erlangen.

Ob das Aufdecken der Streamsniper-Fälle damit nur eine weitere Plattform für die Trolle bietet, steht wohl zur Diskussion. Den beiden Streamern ging es bei ihrem Video allerdings vorwiegend darum, Plattformen wie Twitch auf das Problem aufmerksam zu machen.

Deutlich dramatischer sind jedoch Vorfälle im echten Leben, die bereits als Belästigung zählen und strafbar sind. Der Streamer Asmongold überlegte auf Grund von anhaltender Vorfälle sogar, eine Sicherheitsfirma zu engagieren, da er seine eigene Sicherheit als gefährdet einschätzte.

An diesem Beispiel sieht man wieder, dass ein Streamsnipe nicht bloß ein einfacher Streich ist, sondern ernsthafte Konsequenzen haben kann.

Wie kann man Streamsniper fernhalten?

Egal ob sich Streamer entscheiden Spiele herunterzuladen oder einfach im Browser zu spielen kostenlos, sobald ein Game einen Online-Multiplayer-Modus anbietet, kann Streamsniping geschehen.

Es gibt jedoch bereits einige Möglichkeiten, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern und sich vor Angriffen besser zu schützen.

Eine Verzögerung in der Übertragung

Eine gute Möglichkeit, um sich nicht beim Retro Gaming oder anderen Späßen stören zu lassen, ist, eine Verzögerung im Stream einzubauen.

So können potentielle Störenfriede nicht genau sehen, wo man sich gerade auf der Map befindet, da die Übertragung einige Sekunden zeitverzögert ausgestrahlt wird.

Dies kann auf Twitch einfach in den Einstellungen des Kanals vorgenommen werden. Auch in anderer Streaming-Software wie OBS Studio oder Streamlabs OBS gibt es diese Möglichkeit.

Vorsicht bei der Namenswahl

Der Name eines Streamers dient als Wiedererkennungsmerkmal und ist wichtig, um die eigene Brand aufzubauen. Dabei kann man sich einen Namen überlegen, der den eigenen Charakter oder Vorliebe beschreibt oder einfach auf einen Nickname Generator zurückgreifen.

Im Spiel hilft es jedoch, die eigenen Identität unter Verschluss zu halten. Wer Kürzel wie „TVV“ im Namen hat, gibt sich sofort als Streamer erkenntlich und wird von anderen Spielern oftmals härter unter Beschuss genommen.

Um einen Streamsnipe zu verhindern, hilft es, bei der Namenswahl achtsam zu sein. Außerdem können die Namen für Spielsessions verändert oder ausgeblendet werden. Damit wird es deutlich schwieriger für Streamsniper, ihr Ziel zu finden und die Übertragung zu stören.

Wichtige Daten verstecken

Um sich vor Angriffen zu schützen, wird in vielen Spielen angeboten, dass gewisse Daten ausgeblendet werden. So kann bspw. der Name des Servers verborgen werden, damit Streamsniper nicht wissen, auf welchem Server sie den berühmten Spieler antreffen können. Auch andere Identifikationsmöglichkeiten können oftmals geheim gehalten werden.

Streamsniper immer melden

Damit das Thema auch von Plattformen ernstgenommen wird, ist es wichtig jeden Vorfall zu melden und damit aufzuzeigen, dass diese Form der Belästigung häufiger wird.

Nur so kann dafür gesorgt werden, dass sich Twitch, YouTube und Co. weiterhin Methoden einfallen lassen, um die Störenfriede an ihren Taten zu hindern. Außerdem können so lästige Trolle von den Plattformen gesperrt werden. Bei Twitch gibt es sogar schon eine eigene Kategorie für Stream Sniper, wenn eine Meldung ausgefüllt wird.

Auf ein Overlay setzen

Bei vielen Spielen ist es außerdem möglich, wichtige Informationen im Spiel abzudecken. Dafür wird ein sogenanntes Overlay verwendet. Besonders hilfreich ist es in Games meist, die Map zu verdecken und andere Wegweise auszublenden.

So können Streamsniper nicht mehr genau lokalisieren, wo sich der Spieler befindet, um ihn auszuschalten oder zu stören. Vor allem in First-Person-Shootern ist eine solche Funktion enthalten, aber auch immer mehr Games Free To Play bauen eine Overlay-Option ein, um für Streamer interessant zu werden.

Wie geht es für Streamsniper weiter?

Dass Störenfriede beim Streamen der best iOS Games 2022 oder anderen Spielen ein Problem sind, haben die Streaming-Plattformen bereits wahrgenommen.

Seither haben Anbieter wie Twitch, Discord und YouTube sogar schon ihre Richtlinien angepasst und Streamsniping verboten.

Natürlich reicht ein Verbot nicht aus, um Trolle von ihrer Lieblingsbeschäftigung abzuhalten, allerdings wird es dadurch noch einfacher, die lästigen Spieler von den Plattformen lebenslang zu bannen.

Zusätzlich wird weiterhin an Tools und Methoden gearbeitet, mit denen die Unterbrechungen durch Streamsniper verhindert werden können.

Wie bereits erwähnt gibt es dazu einige Ideen, völlig vermeiden kann man die Angriffe jedoch immer noch nicht. Außerdem versuchen viele Streamsniper wieder Wege zu finden, um die Hürden zu überwinden, die ihnen auf den Plattformen gestellt werden.

Damit ergibt sich ein Wettlauf um die Zeit, denn wannimmer neue Maßnahmen gesetzt werden, arbeiten Trolle bereits daran, neue Wege für ihre Störungen zu finden. Ob es irgendwann möglich sein wird, die Streamsnipes ganz zu stoppen, bleibt also abzuwarten!

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