Interview mit Commander Taras Borgia

Heute erwartet uns eine interessante Unterhaltung mit einer Legende des Ödlands! Willkommen, Commander Taras Borgia! Lass uns anfangen!

TB: Danke Keera, ich freue mich, hier zu sein.

1.    Du bist einer der ersten Spieler von TD. Du hast die Entwicklung des Ödlands von Anfang an mitbekommen. Wie hast du zu Total Domination gefunden und was hat dich im Ödland gehalten?

TB: Es war Ende August 2011, ich hatte erst kurz vorher auf Bitten meiner Freunde ein Facebook-Profil erstellt.

Ich war auf Facebook und eine Anzeige für TD tauchte auf. Ich habe drauf geklickt und das Spiel ausprobiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Tutorials für neue Spieler, man musste also auf alles klicken, um herauszufinden, wozu es gut war. Es war wie ein Rätselspiel! Und da ich Rätsel nun mal liebe, war meine Neugierde geweckt.

Ich liebe den mathematischen Aspekt des Spiels. Meine erste Erfahrung in diese Richtung hatte mit Überfällen zu tun. Es war nicht möglich, Ressourcen aus Sektoren zu erbeuten, deren Ressourcenbestand unterhalb der Hälfte der Kapazität ihrer Warenlager und Banken lag. Das ist alles ein wenig kompliziert, doch es hatte wieder etwas von einem Rätsel. Dann wurde meine Aufmerksamkeit auf die Regeln der Schlacht gelenkt und dazu, wie du und deine Feinde ihre Truppen verlieren. In diesem Moment hing ich am Haken.

Ich begann, mit anderen Spielern, meinen nächsten Nachbarn, zu interagieren. Die meisten von ihnen sprachen Englisch und kamen aus allen Ecken der Welt. Ich hatte schon seit Ewigkeiten kein Englisch mehr gesprochen, also kam mir die Situation komisch und motivierend vor. Ich liebe es, andere Menschen kennen zu lernen, mehr über ihr Leben zu erfahren und ihre Meinungen und Perspektiven anzuhören.

Doch was mich letztendlich dazu brachte, im Ödland zu bleiben, waren all die Möglichkeiten, die einem als Team im Spiel zur Verfügung standen. Ich erinnere mich noch immer an eine Nacht im Clan Wolverine (mein erster Clan), als wir eine Falle im Sektor eines unserer Mitglieder aufgestellt hatten. Wir warteten auf unser Opfer, unterhielten uns im Chat und endlich tauchte er auf und verlor eine riesige Armee! Es war toll, diesen Moment mit meinen Clankameraden zu teilen.

2.    Heutzutage gibt es viele Ratschläge in Artikeln, Foren und anderen Quellen, die Neulingen helfen sollen, Informationen über Strategien und Sektorentwicklung in Total Domination zu finden. Wie hast du deine eigene Strategie entwickelt, als du das Spiel ohne diese Art von Hilfen begonnen hast?

TB: Als ich angefangen habe, gab es wirklich noch nicht allzu viele Hilfen, also traf ich viele Entscheidungen, die ich mit meinem heutigen Wissen nicht mehr so treffen würde.

Trotzdem realisierte ich schnell, dass mein Fortschritt stark davon abhing, wie ich meine Ressourcen ausgab, also gehörten zu meiner Strategie von Anfang an Überfälle.

Ein weiterer Aspekt meiner Strategie bestand darin, Respekt vor Spielern auf höheren Leveln zu haben und sie nicht herauszufordern.

Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Verseuchten Zonen oder Söldner-Operationen, das Level der Spieler war also tatsächlich proportional zur Stärke ihrer Armee und ihrer Erfahrung im Kampf (ich glaube, es dauerte drei Monate, um Level 40 zu erreichen, heutzutage benötigt man nur noch circa 10 Tage). Es war also einfach, festzustellen, wem man besser aus dem Weg geht und mit wem man sich anlegen konnte. Heute sehe ich mir eher die Werte eines Spielers an, um zu sehen, mit wem ich es zu tun habe.

Und zuletzt merkte ich, dass ich immer dann Fehler machte, wenn ich spielte, während ich aufgeregt oder verärgert war, also entschloss ich mich, vor dem Spielen erst Mal zu entspannen, bevor ich etwas tue, dass ich später bereue. Dies ist ein tolles Spiel, um wirklich Geduld zu lernen. Meine Hauptstrategie bestand von Anfang an darin, mich in Geduld zu üben. Wie das Sprichwort sagt: Das Glück kommt zu denen, die warten.

3.    Verschiedene Menschen haben verschiedene Herangehensweisen an das Spiel. Du erreichst deine Ziele und hast stets Spaß dabei. Ist das einer deiner Charakterzüge oder einfach deine Einstellungen gegenüber Spielen?

TB: Auf jeden Fall. Ein Spiel sollte meiner Meinung nach immer Spaß machen. Wenn ich einen Erfolg, der starke Fähigkeiten, Teamarbeit oder Geduld benötigt, mit der Spielcommunity teile, dann halte ich es gerne einfach. Die technischen Details sind am Ende unwichtig, nur die Bedeutung dessen, was wir tun, zählt für mich.

Es sollte immer eine gute Geschichte geben. Doch wie jeder andere auch kann ich auch mal verärgert sein, und wenn das so ist, schreibe ich nichts – also liest man immer nur die Berichte oder Posts, die ich verfasst habe, als ich gute Laune hatte.

4.    Ich weiß, du bist gut in Mathe und hast ein Händchen für Strategie. Was war dein erster bemerkenswerter Erfolg in Total Domination und wie haben dir deine Fähigkeiten dabei geholfen?

TB: Ich glaube, mein erster Erfolg wurde durch meinen ersten Clan verdient, als Emitter herauskamen. Ich hatte bereits einen sehr günstigen Weg entdeckt, um feindliche Truppen zu besiegen, was meinem Clan sehr bei der einfachen Eroberung von Emittern geholfen hat.

Die ersten Emitter wurden im Oktober oder November 2011 veröffentlicht und ich erinnere mich, dass es wirklich schwer war, einen Emitter von Morgana zu erobern, vor allem, wenn man das durchschnittliche Level der damaligen Spieler, die Größe ihrer Armeen und andere Faktoren bedenkt. Darum war die Eroberung eines neuen Emitters für die beteiligten Spieler mit großen Opfern verbunden.

5.    Auf welche anderen Erfolge bist du stolz? Ich meine diese, zu denen man sagen kann „Großartige Arbeit, Taras Borgia!“?

TB: In vier actiongeladenen Jahren in TD sind viele Dinge passiert… Es ist schwer, alle davon aufzuzählen.
 
Als am wichtigsten würde ich jedoch diese hier aufzählen:
●     Als ich den 150.000 Ressourcen Überfall entdeckt habe.
●     Mithilfe einiger Berechnungen erstellte ich Modelle von Schlachten an Sektoren, Lagern und Emittern und entwickelte darauf basierend Werkzeuge für diesen Zweck.
●     Der Clan, den ich früher geleitet habe, die „United Eagles“, war ein Clan mit nur 40 Mitgliedern, der es in die Top 20 schaffte.
●     Ich war während der 10 Monate, in denen es die „Schlak Brothers“ schafften, den ersten Platz in den Rankings zu halten, ihr Berater.
●    „Dark Wrath” war der erste Clan im Ödland, der es schaffte, die „Überfallmedaille zu verdienen. Das war am 26. Dezember 2012, obwohl wir nur wenige Spieler in unseren Reihen hatten.
●    „Dark Wrath” erhielt die Level 10 „Overlords Badge“ in vier Stunden mit nur vier Stunden. Nur wenige Clans haben dieses Abzeichen und wir sind der einzige Clan ohne Emitter, der sie besitzt unter denen, die es zu der Zeit versucht haben.
●    „Dark Wrath” vernichtete die Emitter von großen Clans, denen man stets nachsagte, sie wären unbesiegbar.
●     Das Erreichen des ersten Platzes in der Ruhmeshalle für Überfälle, neben anderen Spielern, die mir etwas bedeuten. Das ist ein Platz, den man nicht einfach kaufen kann.
 
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, und all meinen Freunden, Feinden und auch den mir noch unbekannten Spielern meinen Respekt zu zollen – ihr seid die Besten.
 
Worauf ich jedoch mit dem größten Stolz blicke, ist das Team, dass ich zusammengestellt habe. „Dark Wrath“ ist ein sehr kleiner Clan, doch jeder erfahrene Spieler weiß, dass man nicht nach der Größe urteilen sollte.

6.    Lass uns weiter über Clans sprechen. Zurzeit bist du der Clananführer von „Dark Wrath“. Wie agiert dein Clan und wie erreicht ihr eure Ziele? Vielleicht kannst du unseren Commandern ein paar Tipps zur Leitung eines Clans geben.

TB: Es ist schwer, dazu Tipps zu geben, weil so viel davon abhängt, wie jemand mit Menschen umgeht und mit welchen Menschen er umgehen muss – das kann sehr unterschiedlich sein, je nach Anführer und den gewählten Spielern.

In „Dark Wrath“ nutzen wir, wie die meisten Clans auf dem Facebook-Server, die Facebook-Seite, um Informationen auszutauschen oder einfach nur Sachen zum Spaß zu posten und den Facebook-Chat, um miteinander zu lachen, wenn wir unsere Feinde vernichten oder um über dieses und jenes zu reden.

Wenn wir uns koordinieren müssen, nutzen wir einen besonderen Chat oder Chats, in welchen das Ziel in verschiedene Aufgaben aufgeteilt ist und mehrere Clanmitglieder beteiligt sind. So wird ein Spieler bei seiner Aufgabe nicht durch Unterhaltungen zwischen anderen Spielern über eine andere Aufgabe abgelenkt.

Ich bin die Art von Anführer, der unabhängige Spieler mag. Ich gebe ihnen Ratschläge und dann machen sie den Job auf ihre Art. Ich wähle sie sorgfältig aus, doch meist sind sie vertrauenswürdig, loyal, schlau, gefährlich und ich muss nicht weiter nach ihnen schauen.

Wir haben einige Regeln, hauptsächlich um unseren Freunden und den Freunden unserer Clanmitglieder Respekt zu zollen und während meine Mitglieder diese Regeln befolgen, so haben sie doch einen großen Handlungsspielraum. In „Dark Wrath“ ist das Team wichtiger als der einzelne Spieler, egal wie viele Kristalle oder Truppen er hat.

7.    Ich weiß, du warst Mitglied von mehreren verschieden Clans. Können wir uns darüber unterhalten? Was war der Grund für die Wechsel?

TB: Mein erster richtiger Clan war im Oktober 2011 „Wolverine“, der damals von Rodney Debord (dem derzeitigen Anführer von „Prize Patrol“) angeführt wurde. Ich war sein Stellvertretender Clananführer. Nach einigen Monaten und einigen schönen Erfolgen begann ich mich zu langweilen – außerdem entwickelten sich Meinungsverschiedenheiten zwischen mir und Rodney, was mich dazu brachte, eine Pause zu machen und einige Zeit allein zu spielen.

Wolverine hatte zu der Zeit einige Emitter. Der Clan hatte viel Kraft für ihre Eroberung und den Versuch, sie zu halten, aufgewendet und deshalb einen guten Rang. Aus mir unbekannten Gründen entschied sich Rodney, den Clan mit „Prize Patrol“ zu vereinen, was ihnen ohne die Zustimmung der Mitspieler sämtliche Emitter des Clans einbrachte.

Ich wurde von Paul Labonte, einem anderen Stellvertretenden Clananführer, gewarnt, ungefähr zwei Stunden bevor „Wolverine“ die Emitter aufgab. Ich fand das ganze Vorhaben nach all den Mühen, die wir aufgewendet haben, sehr absurd, also erstellte ich einen Clan – die „United Eagles“ – um die Emitter anzugreifen. Ich glaube, es war an einem Mittwoch im Dezember 2011 um 23 Uhr UTC.

Das war eine herausfordernde Nacht voller Kämpfe zwischen „Prize Patrol“ (90 Spieler) und „United Eagles“ (nur ich), um zu versuchen, die Emitter zu erobern. Um 5 Uhr UTC waren die Jungs von „Prize Patrol“ müde und ich musste mich auf die Arbeit vorbereiten, also kamen wir zu einer Einigung. „United Eagles“ würde fast alle Emitter erhalten und „Prize Patrol“ würde einen behalten. In den folgenden Tagen traten die meisten der alten Mitglieder von „Wolverine“ den „United Eagles“ bei – ich glaube, nur zwei oder drei Spieler kamen mit Rodney zu „Prize Patrol“.

Die Zeit als Anführer von „United Eagles“ war sehr abenteuerlich, doch die Leitung eines Emitter-Clans, in dem man Aufgaben verteilen muss, ist eine große Verantwortung. Das ist noch eine Sache, die ich durch TD gelernt habe – Aufgaben effizient zu verteilen. Ich konnte meine Überfälle nicht mehr so gut ausführen, wie ich wollte, also entschied ich mich, die Clanleitung an meine Mitspieler abzutreten, um mich mehr auf mein eigenes Spiel zu konzentrieren.

Zu diesem Zeitpunkt stand ich einem anderen Anführer, Cory Lee Kapty, sehr nahe. Er wollte mich unbedingt in seinem Clan „King Wrath“. Ich trat bei und spielte ein wenig mit, führte einige Angriffe aus, doch ich wollte mehr Freiheit in meinem Spiel. Also gründete ich einen neuen Clan und nannte ihn „Dark Wrath“ (die dunkle Seite von „King Wrath“) aufgrund meiner Freundschaft mit Cory. Die Geschichte meines Clans begann im März 2012.

In drei Jahren habe ich „Dark Wrath“ mehrfach verlassen, um Freunden zu helfen (zum Beispiel, um die Emitter von „TD-N3mesis“ gegen den Clan „Regulators“ zu verteidigen oder um Angriffe für meine Freunde auszuführen), für Mutationen, um Interaktionen auf der „Rage Page“ zu unterstützen. Doch ich komme immer zurück.

8.    Du hast die beste Einheit im Spiel, etwas, das nicht mal General Winters hat. Erzähl mir mehr über den „Chiwawa-Style“. Was ist sein Ursprung?

TB: „Chiwawa” ist die Weiterentwicklung des „Super Belly Dancer Borgs“, der in den geheimen Schmieden von „Dark Wrath“ ersonnen wurde. Er ist immer allein auf der Defensivseite eines Berichtes, wenn wieder eine große Offensivarmee vernichtet wurde. Das ist der Ursprung seiner Legende, weil es aussieht, als wäre er so mächtig, dass er große Armeen im Alleingang vernichten kann. Er ist der perfekte Vertreter für die großartige Arbeit unserer Defensivspieler, die jeden Tag unsere Sektoren durch das Aufstellen von Fallen verteidigen.

Wir haben den „Super Borg“ im Januar 2015 aufgegeben, nachdem wir den „Chiwawa“-Preis erhalten haben.

Dieser Preis wurde von Chris Larson im Dezember 2013 ins Leben gerufen, um die kleinen Clans zu belohnen, die einen richtig an Emittern nerven, aber das Ranking des Clans nicht bedrohen – trotzdem weiß keiner, wie man mit ihnen umgehen soll. Wie ein Chihuahua, der einen in die Ferse beißt, ohne wirklich gefährlich zu sein.

„Style“ leitet sich ab von „Dark Wrath Style“, der Spruch den wir nutzen, wenn wir Berichte in der Community präsentieren, erschaffen und das erste Mal genutzt durch unseren Mitspieler Levy Muller im Oktober 2012. Ich denke, heute nutze ich „Chiwawa Style“ für witzige Geschichten und „Dark Wrath Style“ für Ernsteres, doch das hängt stark von der Stimmung im dem Moment ab.

9.    Nenne uns drei Spielfunktionen, mit denen du nicht gerechnet hast. Wie haben sie Total Domination insgesamt verändert?

TB: Auf jeden Fall die Verseuchten Zonen. Neben dem Gefühl des Glücksspiels, das einigen Spielern durchaus gefällt, sind sie ein zusätzlicher Weg, um große Armeen zu erstellen. Heute sind sie durch die Anforderungen des Spiels eine Notwendigkeit und ein Spieler, der eine große Armee als Ziel hat, sollte Einheiten zum „Behalten“ anheuern und solche, die er für Verseuchte Zonen nutzt, um eine Belohnung zu erhalten.

Die interne Uhr des Spiels gehört zu einem der wichtigsten Werkzeuge. Da Spieler aus allen Ecken der Welt kommen, ist sie extrem wichtig, um sich zu koordinieren.

Außerdem die Söldner-Operationen. Dadurch kann jeder Spieler jeden Tag tausende von Erfahrungspunkten erhalten, ohne sich wirklich dafür anstrengen zu müssen.

Heutzutage kann sich selbst ein Level 75 Spieler für eine große Nummer halten, selbst wenn seine Erfahrung im Kampf gleich Null ist. Du musst den Neulingen also wieder und wieder erklären, dass sie dich nicht herausfordern sollten. Das kann manchmal schon langweilig werden… auch wenn es in manchen Fällen eine gute Quelle für Erfahrungspunkte ist.    

10.  Wenn du General Winters persönlich treffen würdest, was würdest du ihn fragen? 

TB:  Ich glaube, ich hätte zwei Fragen an ihn.

Zuerst würde ich darum bitten, das Tor erneut zu öffnen und Überfälle oberhalb von 100.000 Ressourcen zu ermöglichen, damit ich meinen alten Rekord schlagen kann und damit der alte Wettbewerb bei Überfällen wieder aufblüht.

Und dann würde ich ihn, mit allem gebührenden Respekt, um die Erlaubnis für eine Verabredung mit dir bitten, Keera!

VEREWIGE DEINEN NAMEN IN DER GESCHICHTE VON
TOTAL DOMINATION!