Sechste Woche – Briefe von der Front

Tag 28: 4. Mai 2135 NE.

Ich glaube, unser Commander hat uns vergessen. Keine Befehle, keine Ereignisse, kein Lebenszeichen, einfach gar nichts. Typisch mein Glück! Wir müssen wohl das beste daraus machen, aber langsam fangen die Truppen an, sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen – es gab schon die ersten Prügeleien!

Tag 29: 5. Mai 2135 NE.

Endlich! Der Commander war heute da, um nach uns zu sehen. Keine Eile, wir sind nur deine Armee, die bereitwillig ihr Leben für deine Zwecke riskiert. Kümmer' dich nicht, wenn du damit beschäftigt bist, herauszufinden, wer der nächste König in Game of [ENTFERNT] wird...

Er hat uns nur aus dem Bunker geholt und sonst keine weiteren Befehle erteilt. Sein Besuch dauerte keine drei Minuten, anscheinend hatte er keine Zeit, um mehr zu tun.

Tag 30: 6. Mai 2135 NE.

Na toll. Statt im Bunker zu sitzen und nichts zu tun, hängen wir jetzt an der Grenze rum und tun...nichts! Wunderbar! Ich kann mir nicht erklären, wie der Commander mit dieser Arbeitseinstellung ein solch hohes Level erreichen konnte.

Vielleicht war es sein Neffe, der bis zu diesem Level gespielt hat, ich weiß es nicht, aber er scheint das Interesse zu verlieren. Vielleicht diente der Streit mit seinem ehemaligen Clananführer nur dazu, sein Gesicht zu wahren und in Wirklichkeit hat er Angst. Wir werden sehen!

Tag 31: 7. Mai 2135 NE.

Ich habe mich heute entschlossen, die Nachrichten des Commanders zu lesen; die privaten meine ich. Dort war nichts Verdächtiges zu finden, bis auf eine einzige Nachricht an seinen alten Clananführer, in der er schreibt „Okay.

Ich hab' die Schnauze voll von dem Mist. [ENTFERNT] dich.“ Langsam ergibt alles einen Sinn. Ich glaube nicht, dass wir unseren Commander so bald wiedersehen. Dumm, ich weiß – Menschen haben halt keinen Kampfgeist!

Tag 32: 8. Mai 2135 NE.

Die meisten haben aufgegeben und warten nur noch auf einen Überfall, der dem Ganzen ein Ende setzt. Wir haben aus ein paar Farbresten und den Planen, die über die Waffen- und Munitionskisten gespannt waren, eine Art weiße Flagge gebastelt, aber wir sind uns nicht sicher, ob sie etwas nützt.

Bei einem Überfall schaut niemand nach Anzeichen einer Kapitulation, die meisten wollen Blut sehen und dann einfach ein paar Ressourcen als Beute wegschleppen...

Tag 33: 9. Mai 2135 NE.

Ich dachte, heute wäre es soweit! Wir sahen einen riesigen Überfalltrupp auf uns zukommen und alle waren total aufgeregt! Stell dir das vor, wir waren begeistert von der Tatsache, endlich in der Schlacht zu fallen!

Für die meisten bedeutet es Freiheit und einen Neustart. Mit der Basis ging es sowieso langsam den Bach runter... Wie auch immer, der Überfalltrupp war unterwegs und wir waren nur allzu bereit, uns einfach hinzulegen, aufzugeben und die Schläge einzustecken, aber als sie ankamen... Ich verstehe es einfach nicht.

Als wären wir von einem Computer gesteuert, fingen wir an, uns zu verteidigen. Ohne nachzudenken eröffneten wir das Feuer und vernichteten die feindlichen Truppen. Wir haben fast die komplette Armee vernichtet und sie konnten nur 30 % der Sektor-Ressourcen wegschaffen... Wir sind noch immer hier und warten auf eine neue Gelegenheit, zu verlieren. Ich wünsche mir einen Neustart. Ich wäre sogar mit dem Dasein als Cyberhund zufrieden! Egal was – ich bin dabei!

Tag 34: 10. Mai 2135 NE.

Gerade kam ein Bericht über einen bevorstehenden Überfall rein. Er wird in 36 Stunden erwartet... Fast zwei Tage warten... Warum? Was ist der Sinn des Ganzen??? Das alles ist nur noch reine Folter! Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, aber jeder hier hofft, dass es reicht, um uns zu erledigen. Wir brauchen einen Neustart, einen neuen Clan, einen neuen Commander – einen Commander mit Kampfgeist. Wir werden sehen... 


ENDE DER ÜBERTRAGUNG

STRATCOM PERSONAL-ARCHIVE

Spiele Total Domination!

VEREWIGE DEINEN NAMEN IN DER GESCHICHTE VON
TOTAL DOMINATION!