Interview mit Käpt‘n Stephanie Gionchetta

Ahoi Kapitäne!
 

Viele von uns glauben, dass wir zu der Sorte Pirat gehören, die jemanden retten und etwas wahrlich waghalsiges und Wichtiges tun würden.
 
Ich bin sicher, dass die Sieben Weltmeere voll von mutigen Piraten sind, die bereit sind, denen zu helfen, die in Not geraten sind. Heute haben wir die Ehre, mit einer solchen Person zu sprechen. Ihr habt richtig gehört! Heute habe ich eine besonders mutige und warmherzige Person an meiner Seite. Stephanie Gionchetta ist eine wahre Piratenlady mit einem großen Herzen und einem bezaubernden Lächeln!
 
Anne Bonnie (A.B.): Es ist mir eine Ehre, dich an Bord zu haben, Stephanie. Ich habe noch nie zuvor eine andere Piratenlady interviewt, du bist die erste, die mich besucht. Bitte erzähle mir etwas über dich. Wann und warum hast du dich für das Piratenleben entschieden?
 
Stephanie Gionchetta (S.G.): Also, ich heiße Stephanie und bin 35 Jahre alt. Ich habe früher fürs Militär gearbeitet, bin jedoch seit einem Arbeitsunfall pensioniert. Nun bin ich in meiner Freizeit als freiwillige Rettungsschwimmerin und Sanitäterin für einen der belgischen Such- und Rettungsdienste in meiner Region tätig. Außerdem arbeite ich als Notfallsanitäter für einen ambulanten Dienst und als Marine-Kadettenausbilder.
 
Im September 2014 hielt ich Ausschau nach etwas, was ich tun konnte, während ich zu Hause darauf wartete, dass mein Pager piepte oder an der Basis wartete. Ich suchte nach einem unterhaltsamen, sozialen Nischenspiel, bei dem man sich etwas aufbauen kann, aber auch nicht allein spielt. So bin ich auf Pirates: Tides of Fortune gestoßen und spiele es seitdem.

Den sozialen Aspekt des Spiels

 

A.B.: Eroberst du die Sieben Weltmeere lieber allein? Oder schätzt du den sozialen Aspekt des Spiels und das Erringen von Zielen mit deiner Bruderschaft mehr?
 
S.G.: Ehrlich gesagt gefällt mir beides… Einerseits baue ich gern meinen Hafen und stärke meine Armee, so dass ich um einen Platz in den Rankings kämpfen kann. Das macht eine Menge Spaß!
Andererseits mache ich auch gern, was andere Piraten zuvor für mich getan haben, nämlich neue Spieler zu unterstützen. Es macht mir Spaß, gemeinsam mit meiner Bruderschaft (BH) an gemeinsamen Zielen zu arbeiten und zu kämpfen, um unsere Bruderschaft auf den Sieben Weltmeeren bekannt zu machen.
 
A.B.: Arbeitet deine Bruderschaft derzeit auf eine besondere Bruderschaftserrungenschaft hin?
 
S.G.: Also… da gibt es mehrere! Für 2016 haben wir uns entschlossen, auf Medaillenjagd zu gehen und es so hoch wie möglich in den Rankings zu schaffen.
 
A.B.: Ich wünsche dir und deinem Team viel Glück! Zweifellos werden wir bald von euren Untaten hören! Mir ist das Gerücht zu Ohren gekommen, dass du nicht nur auf den Sieben Weltmeeren nach Schätzen suchst, sondern auch anderen Menschen in Not hilfst. Stimmt das, Käpt’n?
 
S.G.: Das ist richtig. Wie ich bereits sagte, bin ich als Rettungsschwimmerin/Sanitäterin für einen Rettungsdienst tätig. Wir nutzen dabei schnelle Rettungsbote, um Menschen und Schiffen zu helfen, die zur See in Not geraten. Ich gehöre einer kleinen Gruppe von Freiwilligen an, die 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche auf Abruf bereit sind. Entweder an Häfen, Stränden oder auch auf hoher See. Ich mache das seit fast 5 Jahren…
 
A.B.: Welche war deine schwierigste Rettungsaktion?
 
S.G.: Das ist eine schwierige Frage, da wir über die Jahre so einige Fälle hatten… mir kommen gerade zwei Situationen in den Sinn… Eine nahm ein schlimmes Ende. Die andere war ein schönes Beispiel dafür, wie Menschen sich zur See helfen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Die erste Rettungsaktion fand in einem Hafen in meiner Nähe statt. Wir wurden telefonisch darüber informiert, dass ein Auto mit fünf Personen darin über die Hafenwand gefahren war. Als wir vor Ort eintrafen, konnten wir das Auto nirgends entdecken. Es gelang einer Person, selbst aus dem Auto zu kommen, doch die anderen waren noch immer unter Wasser gefangen. Wir sendeten Taucher runter, welche die Opfer aus dem Wasser und auf unser Schiff ziehen konnten. Leider konnten wir nur eine Person lebendig bergen, doch auch dieser half die Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht. An diesem Tag verloren wir fünf Leben und mussten den Tauchern helfen, die unmenschliches leisteten, um diese Leute zu retten. Es war eine sehr intensive Rettung mit einem traurigen Ergebnis, doch auch das ist ein Teil des Jobs. Man kann nicht immer jeden retten.

                                   CAPTAIN STEPHANIE GIONCHETTA 1
 
Der andere Fall ist eine Rettung vor nicht zu langer Zeit, die es in die internationalen Nachrichten schaffte. Ein Frachtschiff sank, und 11 Menschen mussten ins Wasser schwimmen. Die Rettungsaktion lief wie im Lehrbuch ab. Alle 11 Opfer wurden gerettet, nicht nur durch unser Team, sondern durch den Einsatz aller Schiffe im Gebiet. Diese Rettungsaktion werde ich so schnell nicht vergessen.

               Gionchetta 2
 
In Krisen ruhig zu bleiben

 

A.B.: Stephanie, wie gelingt es dir, in Krisen ruhig zu bleiben? Hilft dir deine Lebenserfahrung dabei, deine Piratenbruderschaft zu entwickeln und anzuführen?
 
S.G.: Sagen wir es mal so: Es fällt mir im realen Leben leichter, ruhig zu bleiben, als in einem Spiel. In Krisen im wahren Leben weiß man, dass Menschenleben davon abhängig sind, dass du die richtige Entscheidung triffst. Bei Krisen im Spiel raste ich leicht aus. Zum Glück gibt es im Spiel wie auch im wahren Leben Unterstützung durch andere Spieler.
Hilft mir meine Erfahrung beim Entwickeln und Anführen? Irgendwie schon. Ich kann meinen Militär-Hintergrund nutzen, um Struktur bei BH zu schaffen. Ich kann meinen Mitgliedern Dinge beibringen, die ich auch im realen Leben umsetze. Doch das ist auch nicht immer so leicht, da ich schnell meine persönlichen Probleme mit ins Spiel bringe, und das schätzen andere Spieler nicht immer.
 
A.B.: In einem unserer Gespräche erwähntest du, dass du gerade von einer Schulung zurückgekehrt bist. Würdest du uns davon erzählen? Wie wichtig ist es für dich, fit zu bleiben? Erwartest du die gleiche Einstellung von deinen Bruderschaftsmitgliedern?
 
S.G.: Als du mich fragtest, ob ich gern ein paar Fragen beantworten würde, befand ich mich in einem Trainingslager mit Marine-Kadetten. Dabei handelt es sich um Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Karriere in der Armee oder Marine in Betracht ziehen. Wir bieten ihnen eine Grundausbildung in einer militärähnlichen Struktur. Dieses spezifische Camp war ein Landcamp, in dem wir ihnen beigebracht haben, wie man Karten liest und verwendet. Einige von ihnen lernen, wie man Teams anführt, während andere im Schnee campen und in der Gruppe arbeiten müssen. Alles Dinge, die wir auch im echten Leben gebrauchen können.

In guter Form zu bleiben

 

Training und in guter Form zu bleiben spielt jedoch für alles, was ich tue, eine wichtige Rolle. Ohne Training verliert man seine Fähigkeiten und die Ausdauer, die man braucht, um seine Pflichten zu erfüllen.
 
Auf eine gewisse Art erwarte ich das auch von den BH-Mitgliedern, aber ich muss mich immer daran erinnern, dass Pirates nur ein Spiel ist und nicht jeder Spieler die gleiche Einstellung bzw. Idee vom Spiel hat. Ich kann das Spiel manchmal zu ernst nehmen, während andere es als reinen Zeitvertreib und Bespaßung sehen. Und das ist auch gut so.
 
A.G.: Käpt’n, was lässt dich immer wieder zum Spiel zurückkehren?
 
S.G.: Das sind ganz klar die Leute. Ich habe im letzten Jahr einige fantastische Menschen über das Spiel kennengelernt. Einige kenne ich nur über das Spiel, während ich andere auch im wahren Leben getroffen habe. Einige haben mir durch schwere Zeiten geholfen, mit anderen hatte ich eine ganze Menge Spaß. Jeder Einzelne von ihnen macht es wert, das Spiel zu besuchen, selbst wenn ich so manche anderen, fiesen Spieler lieber ohrfeigen würde.
 
A.B.: Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
 
S.G.: Ist das die 1-Million-Euro-Frage? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung… derzeit nehme ich die Dinge, wie sie kommen, mache mich im realen Leben nützlich und habe Spaß mit Freunden und Familie.
Als Piratin hoffe ich, Leute weiterhin zu nerven, meinen Hafen und BH auszubauen, weiterhin viel Spaß zu haben, viele tolle Piraten kennenzulernen und hoffentlich noch lange, lange Zeit weiter zu spielen.
 
A.B.: Stephanie, vielen Dank, dass du mich besucht hast und deine fantastische Lebensgeschichte mit uns geteilt hast! Ich bin stolz, eine Kameradin wie dich zu haben! Du bist einer dieser unglaublichen Menschen, die die Welt verbessern! Wir werden uns sicher auf den Sieben Weltmeeren wiedersehen, Käpt’n! Viel Glück!

Führe deine Crew in
Pirates: Tides of Fortune zur Piratenehre