Nutzung von Zeitzyklen in MMOs

23.5.2016
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Das Verrinnen von Zeit ist etwas, mit dem alle Lebewesen vertraut sind. Der Tag wird zur Nacht, auf den Winter folgt der Frühling und dann der Sommer und ein weiteres Jahr geht vorüber. Das Konzept der Zeit regiert unser Leben. Doch in den MMO Games, die wir spielen, spüren wir häufig nicht, wie die Zeit vergeht. Warum? Ich glaube fest daran, dass MMOs von einem konsistenten Tages-Nacht-Zyklus oder sogar Jahreszeiten profitieren können, wenn es richtig umgesetzt wird.

Tageszeiten

Genau wie im richtigen Leben sollte sich die Tageszeit wenigstens etwas auf die Spielwelt auswirken. Wäre es nicht toll, rote und orange Sonnenuntergänge und -Aufgänge, das leuchtende Gelb der Nachmittagssonne oder das tiefe Blau der Nacht zu sehen? Natürlich sollte der Unterschied mehr als nur visuell sein und sich auch aufs Gameplay auswirken.

Einige Monster kommen zum Beispiel nur früh am Morgen aus ihren Nestern, was sie verletzlicher macht. Oder Einheiten könnten einen Bonus erhalten, wenn man jemanden in der Nacht angreift. Ein Tages-Nacht-Zyklus wirkt sich nicht nur auf die Spielvielfalt aus, sondern bietet eine zusätzliche Stufe für Strategie und Planung für alle Spielhandlungen.

Wechsel der Jahreszeiten

Nichts lässt die Welt lebendiger erscheinen, als wenn du ihr selbst beim Wandel zusehen kannst. Bäume wechseln die Farbe, der Schnee schmilzt und gibt grünes Gras frei und Monster wechseln den Standort auf der Karte, genau wie Tiere. Jahreszeiten bieten eine Gelegenheit, den Spieler in die Kultur und Sagenwelt des Spiels einzubinden, da man dadurch neben typischen Ereignissen wie Halloween und Neujahr auch saisonale Feiertage begehen kann.

In den meisten Spielen ist das Wetter häufig vom Standort abhängig: Schnee gibt es nur in den Bergen, in den Tälern ist es immer sonnig und warm. Indem man Jahreszeiten in ein Spiel integriert, ändern sich auch die Standorte je nach Jahreszeit. Armeen und Konvois bewegen sich durch den Schnee erheblich langsamer fort, so dass ein harter Winter Spieler dazu zwingen kann, neue Methoden zum Ressourcengewinn auszuprobieren. Pflanzen wachsen in kaltem Wetter nicht so gut, doch Arbeiter und Bergarbeiter können zum Beispiel schneller arbeiten, wenn das Wetter nicht so heiß ist.

Über Zeit

Wenn es darum geht, Zeit in MMOs zu integrieren, muss man sich eine wichtige Frage stellen – wie genau sollte die Zeit im Spiel die Zeit in der realen Welt wiederspiegeln? Sollte die Tageszeit von der Serverzeit bestimmt werden? Sollte das Spiel den Jahreszeiten in Echtzeit entsprechen? Viele Spieler spielen nur zu bestimmten Tageszeiten und können so die Spielwelt niemals in der Dämmerung erleben.

Wenn man will, dass alle Spieler jeden möglichen Aspekt der Zeitzyklen genießen können, muss man die Sache beschleunigen. 4 Stunden Tageslicht und zwei 2 Stunden Nacht können für ein MMORPG ziemlich langsam sein, doch man sollte den Zyklus bei strategischeren MMORTS auf jeweils 6 und 3 Stunden ausdehnen. Das Gleiche gilt für die Jahreszeiten. Man sollte nicht Monate warten müssen, bis Bauernhöfe wieder zur regulären Produktionskapazität wechseln. Eine Woche Winter ist mehr als genug, um jeden Monat für etwas Abwechslung zu sorgen.

Zeit in MMOs ist ein prekäres Konzept, welches das Spiel erheblich verbessern kann, wenn es richtig angewendet wird. Zeit kann helfen, eine lebendige, realistische Welt zu schaffen, in die Spieler eintauchen wollen. Außerdem dient sie als nützliches Werkzeug für Erzählungen, so dass Spieler die Kultur und Mythenwelt des Spiels selbst erleben können statt lange Einleitungstexte lesen zu müssen. Das Verrinnen der Zeit ist ein Fakt des Lebens und MMOs, die dieses Konzept nutzen, können ihr volles Potential ausschöpfen und Spieler Tag für Tag, Jahr für Jahr zur Rückkehr anreizen.