Wie wird man besser in Strategiespielen? Auf zum Militär!

10.10.2017

ACHTUNG! In Reih und Glied, Rekrut, und steh gefälligst gerade! Das hier ist kein Spiel!

OK, vielleicht geht es hier um Spiele, aber wenn du ein besserer Strategie- und MMO-Spieler werden willst, solltest du die Dinge ernster nehmen. Wie ernst? Wie wäre es damit, der Armee beizutreten?

Ein virtueller Krieg

Egal, an welcher Schlacht du teilnimmst - ob es ein mittelalterliches Duell in Throne: Kingdom at War oder eine futuristische Schlacht in Soldiers Inc: Mobile Warfare ist, Kriegsspiele erfordern genaue Planung.

Wenn du eines unserer Online-Strategiespiele spielst, geht es natürlich nicht um Leben und Tod. Doch das bedeutet nicht, dass du dich nicht so verhalten solltest, als ob. Wenn du lernst zu denken, wie Leute beim Militär, wirst du tatsächlich bessere Ergebnisse erzielen. Tatsächlich gibt es zunehmend mehr Beweise dafür, dass eine militärische Ausbildung Menschen nicht nur hilft, erfolgreich in Kriegsspielen zu sein, sondern dass Kriegsspiele auch eine Therapie für posttraumatische Belastungsstörungen bieten können.

Laut dem ehemaligen US-Truppenleiter Bryant Chambers bieten Kriegsspielanbieter die gleichen „Einsatzbedingungen“ wie ein echtes Kampfszenario. Er gibt zu, dass die Spiele nicht die gleichen Gefühle hervorrufen wie ein echter Kampf, doch glaubt, dass die Stimulation und Reaktionen ähnlich sind. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse hat Chambers ebenfalls entdeckt, dass Spiele ehemaligem Militärpersonal ermöglichen, die gleichen „kognitiven und verhaltensbedingten“ Reaktionen zu durchleben, auf die sie in ihrer Ausbildung konditioniert wurden.

Allerdings - und das ist der springende Punkt - können sie mit diesen typischen Verhaltensweisen aus dem Krieg umgehen lernen, ohne mit den Gefühlen eines echten Konflikts konfrontiert zu werden.

Auf diese Weise können Spiele ein Ventil für Kriegsveteranen sein. Uns zeigt dies die Verbindungen zwischen virtuellem und realem Krieg auf. Es ist kaum überraschend, dass professionelles Militärpersonal Spiele mag und sogar gut darin ist.

Natürlich kann man nicht einfach ein paar Wochen Militärtraining absolvieren und dann abhauen, um seinen Spieltrieb zu erfüllen. Wenn du jedoch lernst, wie ein Veteran zu denken und echte militärische Fähigkeiten einsetzt, kannst du auch in virtuellen Welten zu einem besseren Spieler werden.

Sei wie Wasser

Bevor du deine Grundausbildung beginnst, solltest du deine Vorurteile vor der Tür lassen. In vielerlei Hinsicht muss ein Soldat bei seinem Einsatz im Krieg rigoros handeln. Es ist wichtig, den Posten zu halten und die vorgegebene Strategie zu befolgen, doch generell darf man im Krieg nicht zu stur denken.

Wie Sun Tzu in „Die Kunst des Krieges“ erläutert, „gehen wir nicht auf die Kunst des Krieges ein und gewinnen die Schlacht nicht, indem wir eine Reihe von Doktrinen befolgen, auch wenn ein Infanteriesoldat darauf programmiert sein mag.“ Um ein Anführer zu werden, jemand, der in der Lage ist, eine Armee zum Sieg zu führen, muss man anpassungsfähig sein."

Nur indem du bewährte Regeln erlernst und sie an die Situation anpasst, hast du eine Chance, in der Schlacht zu bestehen. Wie Bruce Lee einmal sagte: Ein berühmte Krieger ist nicht jemand, der stets feste Züge befolgt, sondern jemand, der lernt „zu absorbieren, was nützlich ist, loszulassen, was ihm nicht dient und zu ergänzen, was [für seine Situation] erforderlich ist.

Auch wenn es scheinen mag, dass militärisches Denken das genaue Gegenteil eines „kreativen“ Gamerkopfes ist, sieht die Realität ganz anders aus.

Nehmen wir einmal an, dass du in eine virtuelle Schlacht geworfen wurdest und deine Aufgabe darin besteht, eine Armee zum Sieg zu führen. Obwohl es bestimmte „Strategien“ gibt, die funktionieren könnten, musst du mit dem Fluss des Spiels gehen. Navy SEALS sind darin besser als alle anderen Militäreinheiten. Wie Navy SEAL-Kommandant Shawn Parr sagt:, "beim Überleben geht es nicht darum, wer am stärksten oder schnellsten ist, sondern am anpassungsfähigsten."

Ein SEAL muss lernen, ein Meister der Anpassung zu werden. Auch du solltest dies lernen. Meist ist es eine gute Idee, deine Einheiten an die Katakomben zu senden und sie nur zu Verteidigung deines Schlosses zu nutzen, wenn du Ärger riechst - aber es ist keine generelle Regel. Was, wenn du den potentiellen Angriff nicht kommen siehst? Was, wenn du an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen musst? Es gibt Situationen, in denen es am besten ist, einige Einheiten an deinem Schloss zu stationieren. Es ist deine Aufgabe, zu erkennen, wann dies erforderlich ist.

Alles beginnt mit einem Plan

Neben der Anpassungsfähigkeit ist in Kriegssituationen auch Kommunikation ausschlaggebend. Wenn du ein SEAL werden wolltest, würde eine deiner ersten Lektionen darin bestehen, zu lernen, den Feind stets aus dem Hinterhalt anzugreifen und seinen Funker auszuhebeln. Auf diese Weise unterbrichst du nicht nur die Kommunikation zwischen Trupp und Basis, sondern kannst in vielen Situationen auch den Anführer des Trupps erledigen. Diese Strategie beruht auf der Idee, dass militärisches Denken nicht auf einstudierten Zügen beruht.

Wenn du die Person erledigst, welche die Verantwortung für den Plan und die Anpassung an die Situation trägt, machst du den gesamten Trupp machtlos. Bodensoldaten müssen auf feste Muster zurückfallen und können nur davon abweichen, wenn jemand ihnen den Befehl erteilt. Daher gilt: Wenn du das „Gehirn“ des Trupps lahm legst, ist auch der „Körper“ (d. h. die Bodensoldaten) gelähmt. Warum? Da sich die Einheiten an der Frontlinie auf eine einzige Aufgabe konzentrieren und nicht in der Lage sind, das große Ganze zu sehen und ihre Strategie entsprechend anzupassen.

Auch dies solltest du bei Kriegsspielen im Hinterkopf behalten. Genau wie du in der Lage sein musst, deine eigenen Strategien anzupassen, musst du einen Weg finden, dies deinem Feind unmöglich zu machen. Folge der Befehlskette und erledige den Anführer, um deinen Gegner praktisch machtlos zu machen.

Erst denken, dann handeln

Die vielleicht wichtigste Lektion, die wir vom Militär lernen können, lautet „Erst denken, dann handeln“. Obwohl dieser Spruch häufig von Eltern und Lehrern verwendet wird, geht er auf Militärtheorie zurück. Der englische Soldat und Militärtheoretiker Sir Basil Henry Liddell Hart behauptet, dass die einflussreichsten Menschen mehr Zeit damit verbringen, ihre Gedanken zu erwägen und keine voreiligen Entschlüsse treffen.

Ein Leben, in dem man wenige fruchtbare Gedankensamen sät ist produktiver als übereilte Handlungen, die nur Unkraut hervorbringen.“ Dies bringt uns dazu, den wahrlich ausschlaggebenden Unterschied zwischen Einfluss und Macht zu erkennen." - B.H. Liddell

Ein „mächtiger“ Zug, der allein auf deinem Rang basiert, macht dich nicht automatisch zu einem erfolgreichen militärischen Anführer. Nur genaues Nachdenken und sorgsame Planung helfen, deine Handlungen erfolgreich zu machen und das Vertrauen deiner Truppen zu gewinnen. Jemandem einen Befehl zu erteilen, ruft häufig die Frage nach dem „Warum“ hervor, und wenn du deinen Soldaten keine solide Antwort erteilen kannst, wird dir niemand zuhören.

Wenn wir dies auf die Welt der MMO-Spiele übertragen, wissen wir, dass die Kommunikation mit Spielern in deiner Umgebung ausschlaggebend ist. Bevor du jedoch überhaupt mit ihnen Kontakt aufnimmst, solltest du deine eigene Strategie planen. Berücksichtige dabei die Größe deiner Armee und Basis, wo sich deine Alliierten sowie deine Feinde befinden. Nur wenn du jede erdenkliche Variable durchdenkst, kannst du die effektivste Strategie entwickeln - eine Strategie, die du durch dein Netz von Alliierten verbreiten kannst. Es ist absolut falsch, anzunehmen, dass Erfolg im Krieg auf rigiden Denkmustern und dem blinden Befolgen vorgegebener „Züge“ basiert.

Die Wissenschaft und Kunst des Krieges

Obwohl du bestimmte Fähigkeiten benötigst, um dem sicheren Tod zu entgehen, hatte Tzu zur Hälfte Recht, als er den Krieg als „Kunst“ bezeichnete. Sobald du die Grundlagen erlernt hast, musst du sie an deine Situation und Umgebung anpassen. Es mag wie ein Klischee klingen, Krieg zur Hälfte als Wissenschaft und zur Hälfte als Kunst zu bezeichnen, doch genauso sehen alle geschickten Militärtaktiker die Situation. Diese Denkweise solltest auch du als Strategie-Gamer dir zu eigen machen, wenn du erfolgreich sein willst.

Wenn du ein General in einem Strategiespiel werden willst, musst du dich dem Militär anschließen. Selbst wenn du dich nur gedanklich einschreibst und die Grundlagen erlernst - zu denken wie ein Kriegsveteran bietet dir viele Vorteile.

Sicherlich ist der Dienst an der Front zu einem bestimmten Grad unflexibel, doch ein wahrer Militärexperte weiß, dass dies nur ein Aspekt einer komplexeren Realität ist. Flexibilität, Kommunikation und die Fähigkeit, jede Situation genau zu durchdenken sind die einzigen Methoden, um in einer Kriegssituation zu bestehen.

Wenn du lernst, auf diese Weise zu denken und, wie auch Bruce Lee bereits sagte, deine eigenen Fähigkeiten mit der nützlichen Theorie verbindest, kannst du auch in einem virtuellen Konflikt bestehen.

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