Können MMOs dir wirklich beim Überleben in einer postapokalyptischen Welt helfen?

25.5.2017
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Rauchwolken am Horizont, Staub zu deinen Füßen und du wirst von einem beunruhigenden Gefühl der Isolation ergriffen. Die Welt, wie du sie zuvor kanntest, existiert nicht mehr. Plötzlich dämmert es dir: Bist du der letzte Mensch, der überlebt hat? Während du beginnst, dir deinen Weg durch die Überreste deiner Umgebung zu bahnen, auf der Suche nach Hinweisen darauf, was geschehen ist, rufst du dir deine Zeit als Gamer ins Gedächtnis.

Damals, als die Welt voller Leben war, als Vikings: War of Clans eines deiner liebsten MMORPGs war und es dir während deiner Zeit online gelungen ist, ein beinahe unbesiegbares Reich aufzubauen. Könnte dies deine Rettung sein? Könnten die Fähigkeiten, welche du während deiner Zeit als Krieger im Norden entwickelt hast, dir helfen das scheinbar verlassene Ödland vor dir zu erobern?

Das Leben zum Spiel machen

Während du einen Moment lang in Gedanken an virtuelle Welten versinkst, hörst du aus der Entfernung eine Stimme. Du siehst auf, siehst ein Gesicht und machst dich innerlich auf einen blutigen Kampf um Leben und Tod gefasst. Zum Glück ist das Gesicht jedoch freundlich und du beginnst zu erkennen, dass du vielleicht doch nicht allein bist in dieser neuen Welt. Erneut denkst du an deine Zeit als Gamer und eine Idee schießt dir in den Kopf: Mapping.

Vikings real world

Laut einer Abhandlung von Dmitri Williams können virtuelle Welten und unser Verhalten darin uns Aufschluss über unser Verhalten im wahren Leben geben. Durch etwas, das Sie das „Mapping principle“ nannten, konnten Forscher wie Williams (2006), Balicer (2007) und Lofgren & Fefferman (2007) einige beliebte MMORPGs studieren und dadurch Schlüsse auf menschliche Verhaltensweisen ziehen.

„Mapping bezeichnet den Umfang, in dem menschliche Verhaltensweisen in virtuellen Welten genau wie in realen Welten auftreten“, so Williams.

Natürlich ist der Rahmen, in dem unsere Verhaltensweisen innerhalb eines Spiels wie Vikings: War of Clans übertragen werden können, sehr beschränkt. Experten sind einfach nicht überzeugt davon, dass Aktionen, die keine praktischen Konsequenzen für uns haben, uns genauso beeinflussen wie Dinge, die in der realen Welt geschehen. Tatsächlich wies Williams in seiner Arbeit darauf hin, dass bestimmte Szenarien sich einfach nicht von der Spielwelt in die Realität übertragen lassen.

„Die Risiken und Belohnungen in virtuellen Welten stimmen nicht immer mit denen überein, denen wir offline ausgesetzt sind. Das offensichtlichste Beispiel sind Schmerzen und Tod. In World of Warcraft sterben Spieler zwar, aber erleben dabei keine körperlichen Qualen.“, erläutert Williams.

Mapping: Von einer Welt in die nächste

Obwohl das Mapping-Prinzip nicht dazu geeignet ist, jede Situation genau zu erklären, haben Forschungen ergeben, dass bestimmte Tätigkeiten sich von einer in die nächste Welt übertragen lassen. Williams schloss am Beispiel des Endes eines geschlossenen Beta-Tests für ArcheAge darauf, dass wir in der Lage sind, relativ genau aufgrund von menschlichem Verhalten im Spiel auf Verhalten in der Realität zu schließen.

„Es handelt sich dabei nicht um perfektes Mapping, doch wir glauben, dass das Ende eines geschlossenen Beta-Tests einen ziemlich guten Vergleich mit einem Endzeit-Szenario bietet. Daher ist die vorliegende Arbeit nicht nur hilfreich, um das Verhalten von Spielern zu verstehen, sondern bietet auch einen allgemeinen Einblick in menschliches Verhalten unter solchen Bedingungen“, schreibt Williams.

Vikings planning

„Hey! Hey, kannst du mich hören?“ Eine fremde Stimme bringt dich zurück ins hier und jetzt. Das freundliche Gesicht, das du zuvor erblickt hattest, schaut jetzt leicht besorgt drein.

„Was machen wir nur?“

Du bist dir deines Plans nicht ganz sicher, aber willst ihn ausprobieren und das Mapping-Prinzip auf die Probe stellen. Mithilfe deiner Erfahrung als Online-Krieger führst du deinen neuen Freund auf der Suche nach Alliierten, Wissen und Ressourcen durch die Welt in dem Versuch, sie um euch herum erneut aufzubauen.

Mit den Fähigkeiten, die du aus dem Spiel gelernt hast, erstellst du einen 3-Punkte-Plan, mit dem du nicht nur einen mächtigen Clan von Jarls schaffst, sondern auch das Überleben in deiner neuen Realität sicherst.

Zusammensetzen von Spielwissen

Verbündete - Wenn ein Wikinger-Krieger eines weiß, dann, dass er nicht allein überleben kann. Natürlich sind sie 100 Mal stärker als der durchschnittliche Krieger, doch in einer feindseligen Welt, in der unbekannte Gefahren an jeder Ecke lauern sind Verbündete ein Muss. In Vikings: War of Clans waren der Handel mit Fähigkeiten, Ressourcen und das Schließen von Freundschaften über den Chat die besten Wege, um eine Gruppe von Freunden zu finden.

Heute musst du die gleichen Fähigkeiten nutzen. Ein Krieger ist bereits an deiner Seite, doch ihr müsst jeden, auf den ihr trefft, davon überzeugen, dass es sich nicht nur lohnt, sich euch anzuschließen, sondern auch davon, dass du der Anführer bist. Wenn du überleben willst und es nach deiner Nase gehen soll, musst du dir bereits früh Respekt verschaffen und mit eiserner Faust regieren, wenn es sein muss.

Wissen - Jeder Spieler von Vikings: War of Clans weiß, dass Wissen Macht ist und dass deine Entscheidungen über den Schicksal im Spiel bestimmen. Als produktiver Typ hast du deine ersten Tage im Spiel damit zugebracht, dir den Weg durch den wirtschaftlichen Wissensbaum nach oben zu bahnen. Während dieser Zeit war es zweifellos am wichtigsten, Wissensfähigkeiten aufzubauen. Sobald du die höchste Stufe dieser Fähigkeit erreicht hattest, wurde sogar deine Baugeschwindigkeit um 66 % beschleunigt.

Heute, als du dich in der öden Landschaft um dich herum umsiehst, wird dir klar, das Bauen für dein Überleben essentiell sein wird. Eine wichtige Sache, die du im Hinterkopf behalten und nicht vergessen solltest, ist dass es nicht verkehrt ist, Dinge zu bauen und erneut aufzubauen. In Vikings: War of Clans musstest du den Bauplan deiner Stadt ständig neu anpassen, und das ist auch jetzt der Fall.

Wenn du mit dem Bau beginnst, solltest du nicht zu viele Platz für die Kasernen aufwenden. Du solltest nur genug Einheiten ausbilden können, um eine aktive Defensive zu unterhalten. Zu Beginn solltest du dich eher auf den Bau von Herrenhäusern und anderen großen Gebäuden konzentrieren, da diese deine Ausbildungszeiten verringern und dir daher helfen, die Wissensgrundlage deiner neuen Zivilisation aufzubauen.

Ressourcen - Sobald du eine Armee und einen Unterschlupf hast, geht es nur mit Ressourcen weiter. Wie auch im Spiel musst du deine Ressourcen sorgfältig auswählen, wenn du das meiste für dein Geld bzw. deine Ressourcen erhalten willst. Denke auch an einige der Gegenstände, welche dir im Spiel den größten Schutz boten:

Vikings building

Algiz-Rune: Mit einem Seltenheitswert von 57,6, war es ab Level 8 niemals zu schwer, diese Rune zu finden. Da sie die Lebensmittelproduktion unterstützt, lohnte es sich immer, sie zu sammeln. Daraus kannst du lernen, dass jeder Gegenstand, der Lebensmittel produzieren oder einnehmen kann, sehr wertvoll ist.

Weltenbaum: Dieses Amulett mit der Seltenheitsstufe 9 konzentriert sich auf deine Lerngeschwindigkeit und war immer eine gute Methode, um die Spielfähigkeiten deines Clans zu verbessern. Daraus kannst du schließen, dass alle Gegenstände, mit denen du mehr über die Welt um dich herum lernen kannst, deine Überlebenschancen erhöhen.

Schwert des Vidar: Ohne Schutz würde dein Clan in nur wenigen Tagen niedergemetzelt werden. Es mag vielleicht nicht möglich sein, eine Waffe zu finden, die so tödlich ist wie das Schwert des Vidar, doch du weißt, dass du, wenn du nicht sofort eine Verteidigungsmethode findest, allem und jedem ausgeliefert bist.

Deine Zeit online war also keine Zeitverschwendung!

Als die Nacht sich nähert, geht dir alles, was du in Vikings: War of Clans gelernt hast, durch den Kopf. Obwohl du nicht weißt, was der nächste Tag bereithält, bist du sicher, dass dein Wissen dir weiterhelfen wird.

Dank des Mapping-Prinzips weißt du, dass die Zeit, die du mit Online-Strategiespielen zugebracht hast, nicht verschwendet war. Du magst es damals nicht geahnt haben, doch es scheint, als ob diese Spiele dir die perfekte Ausbildung für das Überleben in dieser neuen, postapokalyptischen Welt geliefert haben.