Die wichtigsten aktuellen Trends im Bereich Social Gaming

27.5.2015
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Von Oren Todoros, Experte für Mobile Marketing bei Plarium.

Angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Mobilgeräten sind Social Games eine der unterhaltsamsten und beliebtesten Aktivitäten auf allen Bildschirmen.

Laut einem Bericht von Newzoo, verbringen Spieler weltweit sogar eine Milliarde Stunden pro Tag damit, Online Games zu spielen. Um das ganze in das richtige Verhältnis zu setzen: Das ist mehr als fünf Mal so viel Zeit, wie auf YouTube oder Facebook verbracht wird.

Ein weiterer Bericht, der von Flurry, einem Treffpunkt für App-Analysen und Marktplatz für Werbetools für Entwickler, veröffentlicht wurde, weist darauf hin, dass der durchschnittliche US-amerikanische Verbraucher pro Tag 2 Stunden und 42 Minuten mit Mobilgeräten verbringt. 86 % dieser Zeit wird mit Apps verbracht, und 14 % damit, im Internet zu surfen. Auf Spiele entfallen etwa 32 % der Zeit, die Konsumenten mit Apps verbringen.

Wenn man in die Zukunft blickt, sehen Analytiker bevor, dass die Mobile Gaming Industrie im Jahr 2017 einen Umsatz von über 100 Milliarden US-Dollar erwirtschaften wird. Doch wie kommt es, dass Social und Mobile Gaming so unglaublich schnell ansteigt? Im Folgenden erläutere ich einige der wichtigsten Trends und Taktiken, die verwendet werden, damit Spieler eingeloggt und von ihren Social Games begeistert bleiben.

Vermischen verschiedener Genres Action, Abenteuer, Rollenspiele (RPG), Massively Multi-Player Online (MMO) und Strategiespiele – es gibt auf keinen Fall einen Mangel an Kategorien, in die man verschiedene Spieltitel einordnen kann. Doch die Grenzen zwischen den Genres verschwimmen immer mehr.

Ein Grund dafür ist, dass Entwickler sich von der traditionellen Art der Spielentwicklung entfernen und immer wieder Unterkategorien in das Hauptgenre von Spielen einbauen. Zum Beispiel werden Elemente von MMO- und RPG-Strategien in Knobelspiele eingebaut, oder lockere Elemente in Spiele, die ansonsten eher für „Hardcore“-Spieler gedacht sind.

Diese neuen Spielmischungen bieten neue und komplexe Kombinationen. Wenn die Kombination richtig ist, führt die Mischung verschiedener Spielelemente dazu, dass die Spieler noch stärker am Spiel interessiert sind. Entwickler können dies für eine weitere Auswahl an Einnahmequellen nutzen.

Besondere Ereignisse

Besondere Ereignisse

Das letzte, was man will, ganz egal, um welches Spiel es geht, ist dass der Spieler sich gelangweilt und nicht genug herausgefordert fühlt. Um dies zu vermeiden, muss man aber nicht unbedingt mehr Level hinzufügen, was lange Designzeiten erfordern kann.

Herausforderungen, die auf besonderen Ereignissen beruhen, sind eine perfekte Lösung, um Spielern noch mehr zu ihrem bereits geliebten Spiel zu bieten. Meist wird in diesem Fall mehr zur Hauptstoryline des Spiels hinzugefügt.

Beispiele für Spielherausforderungen auf Ereignisbasis: 

1. Wettbewerbe – Der Spieler, der die meisten Punkte erzielt, die meisten Truppen trainiert oder die meisten Feinde vernichtet, wird belohnt.
2. Zeitdruck – Spieler müssen unter Zeitdruck eine vorgegebene Anzahl an Missionen erfüllen. 

Spielaufforderungen

Spielaufforderungen

Social und Mobile Games sind von Grund auf so entworfen, dass Spieler immer wieder zurückkehren wollen. Ganz egal, ob sie gewinnen oder verlieren, Spieler loggen sich für einen kurzen Zeitraum ein und nutzen das Spiel als Pause von ihrem hektischen Alltag. Doch falls die unzähligen Alltagspflichten doch zu sehr vom Spiel ablenken, bauen Entwickler Termine und Erinnerungen in das Spiel ein, um Spieler zu erinnern: „Hey, es ist Zeit, zurück zu kommen“.

Spielaufforderungen wie Push-Nachrichten bedeuten, dass Spieler sich zu einer bestimmten Zeit einloggen oder an einem bestimmten Ereignis beteiligen müssen. Anders gesagt: Wenn du eine Nachricht erhältst, dass deine Truppen bereit sind, dass du ein zusätzliches Leben hast oder dass es Zeit ist, sich einzuloggen, um eine Belohnung zu erhalten, wird dir ein sogenanntes „In-Game Appointment“ angezeigt.

Diese Taktik wird verwendet, damit das Spiel zu einem Teil der Alltagsroutine des Spielers wird, auch wenn er viel zu tun hat.

Gewissermaßen sind diese Art von Nachrichten eine zweischneidige Klinge. Sie können als eine der praktischsten Funktionen von Smartphones und Mobilgeräten verwendet werden, oder zu viel eingesetzt werden, so dass der Anwender die App einfach genervt löscht.

Als Faustregel sollte man sich merken, dass Spieler meist gern über wichtige Spielereignisse und Sonderangebote informiert werden. Man sollte also darauf achten, welche Art von Nachricht man sendet.

Die Nachrichten sind zudem eine tolle Gelegenheit, um mit den Spielern auf menschlicher Ebene zu interagieren, da die meisten Spieler gut auf Nachrichten mit lustigen, intelligenten Nachrichten reagieren und auch danach Ausschau halten, wenn sie ihre Nachrichten abrufen.

Mikro-Transaktionen in allen Bereichen

Wenn es darum geht, mit Social Games Geld zu verdienen, liegen Mikro-Transaktionen klar vorn. Im Januar 2014 entfielen laut dem App-Trackingunternehmen Distimo 79 % des Umsatzes auf den iOs und Google Play App-Märkten in den USA auf kostenlos spielbare Spiele. Wenn man sich die Sache genauer ansieht, verfügen Spieler mit Mikro-Transaktionen über genaue Kontrolle ihres Spielerlebnisses: Sie können selbst entscheiden, wie viel sie wann bezahlen möchten.

Aus der Entwicklerperspektive bieten Mikro-Transaktionen eine größere Bandbreite an Möglichkeiten, um Geld zu verdienen. Es ist leicht, sich gewitzte Methoden auszudenken, um Spiele zu aktualisieren und neue, kostenpflichtige Gegenstände, Funktionen, Charaktere, Level, Extra-Leben, Überraschungsgegenstände und noch viel mehr einzuführen. Andererseits scheint ein Euro auch aus der Perspektive des Spielers ein angemessener Betrag, um tolle Neuerungen zu erhalten, mit denen das Spiel noch mehr Spaß macht.

Ausbreitung auf verschiedenen Plattformen

Es ist keine Ausnahme mehr, dass Spiele auf verschiedenen Plattformen angeboten werden – inzwischen ist es die Norm. Doch eine der schwierigsten Herausforderungen, die sich bei der Entwicklung von Mobile Games über mehrere Plattformen stellt, ist, dass jede Mobilplattform ihre eigene Sprache und Software-Entwicklersets verwendet, von verschiedenen Prozessorleistungen und Bildschirmformaten mal abgesehen.

Natürlich gibt es Lösungen, die Code Sharing ermöglichen: HTML5 kann zum Beispiel auf drei Hauptplattformen verwendet werden, wie auch in C++ geschriebener Code. Doch um die vollständige Funktionalität eines Spiels zu garantieren, hat es verschiedene Vorteile, die eigene Sprache und SDK jeder Plattform zu nutzen.

Man sollte auch nicht vergessen, dass noch immer viele alte Geräte verwendet werden. Eine Strategie, die Entwickler nutzen, wenn sie Spiele an ältere und leistungsschwache Geräte anpassen, ist die Entwicklung verschiedene Menüs, UIs sowie die Minimierung von Texturen, ohne dass sich dies auf die Spielerfahrung auswirkt.

Das ultimative Ziele bei der Veröffentlichung eines mobilen Spiels auf verschiedensten Plattformen besteht darin, dass alle Spieler unabhängig von der genutzten Spielplattform die gleiche, tolle Spielerfahrung erleben.

Was kommt denn als Nächstes?

Wenn wir vorhersehen wollen, welche Haupttrends sich im Bereich Social Gaming in den kommenden Wochen und Monaten abzeichnen werden, sollten wir uns ansehen, was in der Vergangenheit durchgängig gut funktioniert hat. Eine der wichtigsten Lektionen, die wir gelernt haben, ist, dass Werbung über mehrere Kanäle gut funktioniert.

Wenn ein neues Spiel herausgebracht wird, ist es viel wahrscheinlicher, dass Spieler, die bereits andere unserer Spiele gespielt haben, daran Interesse haben – das ist viel leichter, als ein Spiel vor einem vollkommen neuem Publikum zu bewerben.

Eine weitere Lektion, die wir gelernt haben, die in der Zukunft noch wichtiger werden wird, ist es, die persönlichen Sozialen Netzwerke von Spielern zu nutzen. Spieler spielen eher ein Spiel, wenn jemand, den sie kennen, es empfiehlt. Es war und wird daher auch in Zukunft eine unverzichtbare Marketingtaktik bleiben, bestehende Spieler als Botschafter für Spiele zu verwenden.