Die Rolle von Frauen in der Gaming

18.5.2015
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Von Darina Olefirenko (Creative Media Specialist bei Plarium)

Im Jahr 2012 schrieb ein Spezialist für Spielprojekte namens Luke Crane auf Twitter: „Warum gibt es so wenige weibliche Spielentwickler?“

Damit löste er eine Flutwelle an Kommentaren in Sozialen Netzwerken weltweit aus. Es scheint, dass diese Frage die Gaming-Community bereits seit einiger Zeit beschäftigt.

Die Reaktionen waren überwältigend: Es scheint, als hätte jemand eine Schleuse geöffnet und einfach jeder hatte etwas zum Thema zu sagen. Eine der Frauen, die sich an der Diskussion beteiligen war Rhianna Pratchett, die Scriptwriterin von Tomb Raider. Sie war allein verantwortlich für die inzwischen berühmten Hashtags – #1ReasonToBe und #1ReasonWhy.

Die Entertainment Software Association berichtet, dass in den USA etwa 45 % aller Gamer im Jahr 2013 Frauen waren. Dies sind ermutigende Nachrichten für die Industrie, denn dies bedeutet, dass auch mehr Frauen hinter den Kulissen der Spielindustrie tätig werden. Die Anzahl der weiblichen Entwickler ist stark angestiegen – noch mehr gute Neuigkeiten für die Industrie.

Hier bei Plarium ist dies ein wichtiges Diskussionsthema. Unser hausinternes Personal besteht zu 50 % aus Frauen, und 44 % unserer leitenden Angestellten sind weiblich. Natürlich sind wir daher begeistert, zu sehen, dass Frauen zunehmend in der Spielindustrie beschäftigt werden.

Im folgenden erfährst du, was unsere weiblichen leitenden Angestellten und Abteilungsleiterinnen zu diesem wichtigen Thema zu sagen haben:

1. Welche Rolle spielen Frauen für den Erfolg von Plarium ? Bitte nenne ein Beispiel aus deiner persönlichen Erfahrung.

Die Leiterin der Lokalisierungsabteilung, Natalia Gladkaya sagt: „Für mich sind bei Plarium Männer und Frauen vollkommen austauschbar. Plariums Erfolg besteht aus dem gesammelten Einsatz aller Beteiligten – Männern und Frauen – und deren Zusammenarbeit. Es ist der Erfolg von Teams und einzelnen Arbeitnehmern, der Plarium zu einem tollen Unternehmen macht. Ich persönlich leite die Lokalisierungsabteilung, die aus vielen jungen Frauen besteht. Ich freue mich, zu berichten, dass unser Team einen großen Beitrag zu Plariums Gesamterfolg beiträgt. Wir arbeiten hart daran, dass unsere Spiele bei einer Vielzahl von Spielern beliebt sind und in deren Muttersprache zur Verfügung stehen.“

2. Gibt es Stellen im Game Studio, die von Natur aus eher weiblich oder eher männlich sind?

Valerie Korzh , die Projektleiterin der Abteilung für Mobile Spiele sagt: „Das glaube ich persönlich nicht… oder genauer gesagt, ich wünschte mir, dass es keine Rollen gäbe, die geschlechtsspezifisch sind. Ich habe es schon immer für wichtig gehalten, dass Frauen sich in Bezug auf ihre Karriere frei aussuchen können, was sie tun möchten. Natürlich gibt es einige Berufe auf der Welt, die von Haus aus Männern vorbehalten sind, doch auch in diesen Bereichen machen Frauen dramatische Fortschritte. Wie zum Beispiel Yahoo’s CEO Marissa Mayer. Sie ist mein Vorbild. Obwohl nur wenige Leute daran glaubten, dass sie in einer von Männern dominierten Welt bestehen könnte, hat sie es geschafft und dabei ist es ihr sogar gelungen, das Unternehmen vor dem Ruin zu bewahren. Nun, da die Medien jede ihrer Entscheidungen verfolgen, ist sie eine Inspiration für zahllose von Frauen weltweit. Frauen an die Macht!

3. Welche Herausforderungen stellen sich Frauen in der Spielindustrie heutzutage?

2D Artist & Teamleiterin, Tatiana Rystenko sagt: „Um fair zu sein sollten wir diese Diskussion nicht nur auf die Gaming-Industrie beziehen. Allen Frauen stellen sich in verschiedenen Bereichen des Lebens unterschiedliche Herausforderungen. Zum Beispiel die Prioritäten im Leben – was ist wichtiger, Familie oder Karriere? Sollten wir nach sozialer Mobilität streben oder uns mit unserer Rolle in der Gesellschaft zufrieden geben und Wurzeln schlagen? Diese Diskussion ist nicht nur in der Spielindustrie relevant. Es gibt kaum einen Unterschied zwischen der Arbeit als Spielentwickler oder in anderen, genauso herausfordernden Industrien.

Es geht um mehr, als nur Arbeitsstunden anzusammeln – und dabei nur vorzugeben, man würde arbeiten – und ein Polster für die Rente zu schaffen.